Wie erleben wir Gott?
Zum Wochenspruch für den Sonntag Reminiszere
Bild: www.medienarche.de - Wochenspruch
Wie erleben wir Gott?
Es gibt Menschen, die erleben Gott nicht, weil er für sie nicht existiert. Sie haben keinerlei Beziehung zu ihm.
Andere erleben ihn fern, irgendwo in Himmelshöhen, theoretisch, im Sein. Eine Bedeutung für ihr Leben besteht nicht oder kaum.
Dann gibt es Menschen, die erleben Gott zornig und gewalttätig, wie sie es im AT immer wieder lesen; für sie inakzeptabel.
In Katastrophen, Leidenserfahrungen und Tod erleben Menschen einen untätigen, fernen und unbarmherzigen Gott. Wie kann er dieses Leiden unter uns zulassen?
Wenn Menschen Gott erleben als einen, der die Menschen liebt, der barmherzig und ihnen in jeder Lebensweise zugewandt ist, dann wirken deren Erfahrungen ziemlich anmaßend angesichts der anderen eher negativen Vorstellungen.
Doch der Wochenspruch berichtet über nichts anderes. Gott liebt uns vorbehaltlos. Gott hat uns nicht erst geliebt, als wir alles richtig gemacht haben. Gott liebt uns nicht theoretisch. Seine Liebe ist verankert in Jesus Christus. Er hat sein Leben für uns dahingegeben. So hat er den Weg frei gemacht zu einer neuen Beziehung zwischen Gott und uns.
Das Leid dieser Welt
Was ist nun mit dem Leid in der Welt, lieber Paulus? Der Apostel gibt zu: Natürlich gibt es Leiden unter uns, das uns bedrängt. Er ist sogar stolz auf das Leid, das er und die jungen christlichen Gemeinden aushalten müssen: Anfeindung, Unterdrückung, Todesgefahr. In Vers 5 beschreibt er, wie wir mit diesen bedrückenden Seiten umgehen können: Das Leid lehrt uns, geduldig zu bleiben, Geduld hilft, uns zu bewähren. Bewährung lehrt uns zu hoffen. Wir werden zwar wegen unserer Hoffnung manchmal belächelt oder gar verspottet. Doch unsere Hoffnung wird genährt von der Liebe Gottes. Seine Liebe macht unsere Hoffnung stark. Denn wir lernen eine neue Lebenskunst. Katastrophen, Leiden und Tod führen uns nicht zur Verzweiflung, sondern zu der Erkenntnis, dass die Leiden dieser Welt ihre Zeit haben. Die kann ich getrost vorbeigehen lassen (Johanna Haberer).
Reminiszere - Gedenktag für verfolgte Christen
Heute denken wir an Christinnen und Christen, die um ihres Glaubens willen verfolgt werden, gefangen sind oder aus großer Gefahr fliehen. In diesem Jahr stehen die christlichen Gemeinden in Syrien im Blickpunkt. Syrien ist christliches Ursprungsland. In Damaskus wurde Saulus zum Paulus. Von Antiochien in der Provinz Syria wurden Paulus und seine Begleiter auf die ersten Missionsreisen entsandt. Die Menschen des neuen Weges wurden zum ersten Mal christianoi, Christen, genannt.
Durch die Jahrhunderte entwickelten sich verschiedene orthodoxe Kirchen. Sie wurden oftmals vertrieben und verfolgt durch kirchliche Auseinandersetzungen oder politische Konflikte. In unserer Zeit wurden im Jahr 2015 sechsunddreißig Dörfer assyrischer Christen vom Islamischen Staat erobert, die Menschen in die Flucht getrieben, Frauen und Mädchen als Sklavinnen verkauft. Auch unter der neuen Führung ist die Zukunft der Christen völlig ungewiss. Ihre Zahl ist seit den letzten fünfzehn Jahren von 10 % auf 2 % gesunken. Vernichtung, Flucht und Emigration vor allem junger Menschen sind die Ursachen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die lange Tradition christlicher Präsenz in diesem Land demnächst endgültig zu Ende ist, schreibt Katja Dorothea Buck.
https://www.ekd.de/christliche-kirchen-in-syrien-92388.htm
Fürbitte
Hier ist für Ihre Fürbitte ein Gebet aus Syrien von Pfr. Haroutune Selimian, Aleppo
Allmächtiger Gott,
Du bist unsere Zuflucht
und eine immer gegenwärtige Hilfe in Zeiten der Not.
Wir bringen vor Dich die Menschen in Syrien:
Tröste die Trauernden, stärke die Schwachen
und gib den Verzweifelten Hoffnung.
Beschütze die Kinder, leite die Jugend und begleite die Alten.
Umgib die Familien mit Deiner beständigen Liebe.
Schenke denen, die das Land führen, Weisheit,
damit Gerechtigkeit und Frieden herrschen.
Lass Deine Kirche eine treue Zeugin sein
von Christi Licht in der Dunkelheit,
damit sie deine Wahrheit in Liebe spricht
und den Müden Hoffnung gibt.
Durch Jesus Christus,
unseren gekreuzigten und auferstandenen Herrn.
Amen.


