Was treibt dich an?
Zum Wochenspruch des 1. Sonntags nach Epiphanias
Was treibt dich an?
Ist es die Sehnsucht nach echtem erfülltem Leben?
Ist es dein unbändiger Wille zur Macht?
Ist es deine Entscheidung, für andere da zu sein?
Ist es ….?
Der Apostel Paulus schreibt im Römerbrief: „Welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder.“ Er weist darauf hin, dass es noch einen anderen Geist gibt, einen Geist, der versklavt. Mir fällt dazu die Geschichte von König Saul ein, dem ersten König Israels. Immer wieder verstörte ihn Gottes dunkler Geist, der ihn unbeherrscht machte. Nur der junge David konnte ihn mit seinem Harfenspiel besänftigen (1. Samuel 16, 14-23).
Kinder Gottes durch die Taufe
Der erste Sonntag nach Epiphanias hat die Taufe von Jesus im Jordan durch Johannes zum Thema. Dort empfing Jesus Gottes Geist. Auch wir sind mit Wasser getauft und mit Gottes Geist gesegnet. Er macht uns zu Töchtern und Söhnen Gottes. Zusammen mit dem Gottessohn Jesus Christus sind wir Miterben von Gottes Herrschaft (Vers 17). Wenn nun Gottes Geist unser Denken, Wollen und Handeln erfüllt. Wie sieht das praktisch aus?
Sehnsucht nach Leben
Gottes Geist schenkt unserer Sehnsucht Realitätssinn. Er gaukelt uns nicht schnelles Glück, Reichtum, ewige Jugend oder Gesundheit vor. Gottes Geist lehrt uns, dass zum Leben auch Rückschläge, Krankheit und Leiden gehören. Wer diese Realitäten annimmt, entdeckt darin den Schlüssel, die „Herrlichkeiten“ des Lebens zu entdecken, die Paulus im Vers 17 erwähnt. Die Einschränkungen meiner Fußheberlähmung haben mich dazu gebracht, durch beharrliches Training meine körperliche Gesundheit zu stärken. Gottes Geist lässt uns auch die kleinen Glücksmomente entdecken, mit denen wir dankbar unser Leben genießen können.
Macht
Macht ist verführerisch. Mit meinem unbändigen Willen zur Macht sehe nur ich mich im Zentrum meines Denkens und Handelns. Über andere herrschen, sie demütigen oder sie als Marionetten behandeln, sind Mittel dazu. In einem Interview Trumps in der New York Times vom 8.1.2026 wurde er gefragt, ob internationales Recht seine Regierung einschränke. Trump erwiderte, seine Macht werde nur durch einen einzigen Aspekt begrenzt: „Mein eigener Sinn für Moral. Mein eigener Verstand. Das ist das Einzige, was mich stoppen kann.“
Erreiche ich als Kind Gottes Macht und Einfluss, dann bewahrt mich Jesus Christus vor dem verführerischen bösen Geist. Gottes Geist treibt mich dann, mit Macht verantwortungsvoll umzugehen und frage mich: Was kann ich für mich und andere erreichen, damit Gottes Grundwerte unser Zusammenleben fördern: Liebe und Achtung füreinander, den anderen wert achten und barmherzig sein denen, die Hilfe brauchen?
Für andere da sein
Wenn ich für andere da sein möchte, dann hilft mir Gottes Geist, andere Menschen in Freud und Leid zu begleiten. Und er bewahrt mich davor, mich selbst dabei zu vergessen. Vielmehr achte ich auch auf mein Wohlbefinden.
Ein fröhliches Leben als Söhne und Töchter Gottes wünscht Euch zum neuen Jahr
Wolfgang K. Leuschner
Mein Liedvorschlag: EG 410, Christus, das Licht der Welt,
entnommen bei YouTube@musikarchivgottesdienste5526


