Von starrsinnigen Köpfen und offenen Ohren
Wochenspruch zum 2. Sonntag vor der Passionszeit
Das war nicht schön. Ein garstiger Fleck in der Beziehung zwischen Gott und seinem Volk Israel. Dreimal wird in den fünf Büchern Mose erzählt, wie die durstigen Israeliten in der Wüste am Berg Horeb daran gezweifelt haben, dass ihr Gott ihnen auch Wasser gibt. Dabei hätten sie sich doch erinnern müssen an die Wunder in Ägypten, mit denen sie Gott aus der Sklaverei befreite, an das Wunder, trockenen Fußes durch das Schilfmeer zu kommen und vor den nachsetzenden Truppen des Pharao gerettet zu werden. Einen Treuebund hatte Gott mit ihnen gemacht. Die zehn Worte des Lebens waren das Zeichen auf den beiden Tafeln und in ihrem Herzen. Aber nein: Starrsinnig waren sie, ihre Herzen verstockt, hart, verschlossen für den Glauben an den Leben schaffenden Gott.
Daran erinnert der Hebräerbrief seine Gemeinden damals und uns heute: Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstockt eure Herzen nicht (Hebr. 3,15). Durch Jesus Christus stehen auch wir in einer besonderen Beziehung zu Gott. Wir sind im Namen von Jesus Christus getauft. Er hat dafür gesorgt, dass wir Töchter und Söhne Gottes sind. Wie Gott seine Kinder Israel liebt, so liebt er auch uns. Daher verpflichtet uns seine Liebe, Gottes Weisungen zu beachten und nach ihnen zu leben.
Immer wieder geht es uns nicht anders als den Israeliten. Gottes Stimme: seine Worte in der Bibel, die Predigtworte, die Lieder über die Liebe Gottes zu uns – sie verlieren sich. Zweifel und Starrsinn zertreten den Samen, weil wir an irgendeiner fragwürdigen Wahrheit festhalten. Manches gute Wort behalten wir, doch wir vergessen es zu nähren im Beten und in der Gemeinschaft mit anderen. Manches Wort blühte in uns auf, aber wir verlieren uns im Gestrüpp der (un)-sozialen Medien oder unsere Sorgen ersticken seine heilsame Kraft. Doch vielleicht erinnern wir uns auch an Worte Gottes, die wir in uns festhalten, die aufblühen und vielfältige Frucht tragen. So erzählt es Jesus Christus (Lukas 8,4-8). Er gibt die Hoffnung nicht auf, dass etliches seiner Lebensworte doch in uns aufgeht und uns durchs Leben auch in Wüstenzeiten hindurchträgt.
Hören wir heute auf das Leben schaffende Wort unseres Herrn, lassen wir uns nicht davon abbringen. Dann können wir uns immer wieder ausruhen von der Last des Tages und mit Jesus Christus aus diesen unruhigen Zeiten einmal Ruhe finden für immer.


