Macht und Gewalt oder Geistkraft?
Was führt weiter? - Wochenspruch zum Pfingstfest.
ES – was verbirgt sich dahinter?
Ist es meine Sorge, dass unsere Ehe auseinanderbricht?
Ist es meine Angst, dass Menschen aus anderen Kulturen unser Land arm machen oder gar übernehmen?
Ist es der bedrohte Friede in Europa?
Ist es unsere Trauer darüber, dass unsere Dorfgemeinde aus Geldnot immer weniger sichtbar wird?
Ist es unsere Sorge, dass die Demokratie in Deutschland und weltweit zurückgedrängt wird?
Ist es die Ohnmacht der Menschen in den Regierungen, die sich an den mannigfachen Krisen abarbeiten müssen und nur Widerstand und Hass ernten?
Serubbabel, der Statthalter von Jerusalem, soll den Tempel wiederaufbauen. Das jüdische Volk ist zurück aus der Verbannung. Doch ein kümmerlicher Beginn und berghohe Widerstände verhindern seine Vollendung. Soll er mit Macht und Gewalt den Bau erzwingen? Nein, sagt Gott. Ich sorge mit meiner Geistkraft dafür, dass du mit dem Schlussstein den Bau zu Ende bringst.
Gottes Geist
Wie kann Gottes Geistkraft mächtiger sein als brachiale Gewalt? Über Gottes Geist können wir nicht verfügen. Doch durch ihn hat er uns geschaffen. Er ist unser Lebensatem. Gott beschenkt uns immer wieder mit seiner Geistkraft. Deshalb feiern wir Pfingsten. Damals wurde Gottes Geist wie Sturm und Feuer über die Jüngerschar ausgegossen. Erfüllt war, was Jesus ihnen versprochen hatte: Allen, die glauben, wird Gottes Geistkraft verliehen.
Deshalb schreibt der Prophet Sacharja: Macht und Gewalt lösen keine Probleme. Widerstände können so nicht gebrochen werden. Friede ist damit nicht zu gewinnen. Doch womit kommen wir in unseren Krisen heute weiter – privat, kirchlich, gesellschaftlich?
Nicht durch eine starke Hand, die durchregiert. Nicht durch das Festhalten an alten Gewohnheiten, die nicht mehr greifen; nicht, indem wir rauswerfen, wer uns nicht passt.
Sondern indem wir miteinander die Probleme angehen. Unsere Talente einbringen, damit wir aus der Krise kommen. Politisch Verantwortliche brauchen nicht unseren Hass, sondern unseren Halt.
Auf Gottes Geist vertrauen. Mit seiner Kraft werden wir kleiner werdende Kirchengemeinden weiter mit Leben füllen.
Gottes Geistkraft schenkt uns Langmut und Barmherzigkeit in familiären Schwierigkeiten. Und selbst wenn es zur Trennung kommt: Sie ist nicht das Ende aller Dinge – sie birgt auch die Kraft für einen Neuanfang.
Am Schluss des Wochenspruchs steht Gottes Name: „Ich bin für dich da“. Das stärkt.
Ein gesegnetes Pfingstfest wünscht Euch
Wolfgang K. Leuschner


