Julie Hausmann zum 200. Geburtstag
So nimm den meine Hände - ihr Lied
„So nimm denn meine Hände / und führe mich
bis an mein selig Ende / und ewiglich …
ist eines der beliebtesten Kirchenlieder. Die Verfasserin, Julie Katharina (von) Hausmann, eine der wenigen weiblichen Liederdichterinnen, würde heute 200 Jahre alt. Die Deutsche Post würdigt sie mit einer Briefmarke. Am 19. März 1826 wurde sie im baltischen Riga geboren. Sie wuchs in einem gebildeten, evangelischen Elternhaus auf. Als Konfirmandin wurde sie durch Pastor Theodor Neander von einem pietistischen Glauben geprägt.
Beruflich war sie als Erzieherin in verschiedenen bürgerlichen und adeligen Familien ihrer baltischen Heimat tätig und pflegte später ihren erblindeten Vater bis zu seinem Tode 1864. Sie blieb unverheiratet und lebte mit ihren Schwestern an verschiedenen europäischen Orten zusammen.
Ihre Leidenschaft war die Lyrik. Sie schrieb geistliche Lieder und Gedichte und veröffentlichte sie mit Erfolg. Zwei Jahre vor ihrem Tod erschien ihr Andachtsbuch „Hausbrot. Schlichte Morgen- und Abendandachten“. Ihre Werke berührten die Menschen der Zeit des Biedermeiers. Einen Teil ihrer Einnahmen spendete sie sozialen und missionarischen Einrichtungen in Berlin und Hongkong. Bekannt wurde Luise Hausmann vor allem durch ihr Gedicht „So nimm denn meine Hände“, dem der berühmte Chormusiker Friedrich Silcher seine Melodie schenkte. Das Lied fand Aufnahme in die kirchlichen Gesangbücher und ist bis heute bekannt und beliebt. Vor allem bei Trauerfeiern gibt der Text den Menschen Trost und Zuversicht.
Die Verlobten-Legende
Ein nicht belegbarer Abschnitt ihrer Biografie beschreibt, aus welcher dramatischen Lebenssituation ein solch ergreifendes trostreiches Lied entstehen kann. Die wahrscheinlich nach ihrem Tod hinzugefügte Legende erzählt, Julie Hausmann sei mit einem Missionar verlobt gewesen, der zu einem Einsatz nach Afrika ausgesandt wurde. Sie konnte ihm aus unbekannten Gründen erst später nachreisen. Als sie schließlich das Einsatzgebiet ihres Verlobten erreichte und sich schon auf ihre Heirat freute, erfuhr sie, dass er vor kurzem gestorben sei und wurde zu seinem frischen Grab geführt. Eine Welt brach in ihr zusammen. Voller Trauer, aber auch kraft ihres tiefen Glaubens, dichtete sie noch am selben Tag „So nimm denn meine Hände“.
Julie Hausmann starb während eines Sommeraufenthaltes am 15. August 1901 in Vösu (Estland), das damals zum russischen Reich gehörte. Sie wurde 75 Jahre alt.
Für Euch habe ich eine Aufnahme des Chores sirventes berlin – Noon Song ausgewählt, Leitung Stefan Schuck.
Mehr über den Chor bei http://www.youtube.com/@sirventesberlin
Quelle: Julie Hausmann – Wikipedia


