Botschafter des christlichen Glaubens gesucht
Zum Wochenspruch des 1. Sonntages nach Trinitatis
Ich war neu in Singapur und entdeckte in der Nähe unseres Pfarrhauses eine Kleingartenanlage. Außergewöhnlich für eine asiatische Metropole. Neugierig schlenderte ich hinein. Zwei Frauen begegneten mir. Wir kamen über diese Gartenlandschaft aus Gemüse und Blumen ins Gespräch. Bald fragte mich die eine: „Do you like to attend our church service on Sunday? We belong to the Bethlehem Baptist Church not far from here.” Ich war erstaunt, so direkt zu einem Gottesdienst eingeladen zu werden. Später stellte ich fest, dass diese kleine missionarische Geste für lokale Christenmenschen nichts Ungewöhnliches ist.
Glaube ist Auftrag
Glaube ist nicht nur Privatsache. Über unseren Glauben sprechen gehört dazu. Anderen erzählen, was uns an Jesus Christus wichtig ist. Werden wir gefragt, warum wir Kinder wertschätzen, Kranke pflegen, die Menschen in Schutz nehmen, auf die andere mit dem Finger zeigen, dann ist unsere Antwort: Wir tun das, weil Jesus diese Menschen in seine Liebe eingeschlossen hat.
Wir müssen niemanden überzeugen. Doch wir sollen bereit sein „Rede und Antwort zu stehen, wenn euch andere nach der Hoffnung fragen, die euch erfüllt.“ So empfiehlt es der erste Petrusbrief (1. Petr 3,15). Wenn wir spüren, dass unser Gegenüber aufgeschlossen ist, dann können wir sie oder ihn einladen – genau wie die Frau in Singapur.
Die Reaktion der Zuhörenden kann unterschiedlich sein. Die einen stimmen zu und achten unseren Glauben. Andere lehnen ab, was wir über Jesus erzählen. Vielleicht verachten sie uns sogar.
Wer euch verachtet, der verachtet mich
Für unseren christlichen Glauben einzutreten, ist nicht immer ein Zuckerschlecken. Wir können belächelt oder beschimpft werden. Das soll uns nicht schrecken. Die Botschaft Jesu ist nicht sinnlos, weil andere sie für sinnlos halten. Jesus stellt sich vor uns, denn er sagt: „Wer euch verachtet, der verachtet mich.“ Wie mit dieser Verachtung umzugehen ist, dürfen wir ganz getrost Jesus überlassen.
Wer euch hört, der hört mich
„Ich hab das Wort des Herrn an euch“, steht über der Kanzeltür der Löhnberger Schlosskirche. Das Wort des Herrn weitergeben macht Freude und erfüllt einen. Wie die zweiundsiebzig Jünger, die begeistert von ihren wunderbaren Erfahrungen erzählen, als sie von ihrem Missionstrip zu Jesus zurückkommen (Lukas 10,17-20).
Dir als Botschafter oder Botschafterin Jesu wünsche ich Freude, Geduld und Vertrauen.


